JÜDISCHES KAZIMIERZ

Kazimierz war seit der Gründung in 1335 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts eine getrennte Stadt. Heute ist es ein Stadtteil von Krakau, seit der Wende sehr beliebt und lebendig.
Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts hatte die Stadt zwei Wohnviertel: ein christliches und ein jüdisches. In dem heutigen Polen leben nur noch wenige Tausend Juden, aber noch vor 70 Jahren war das Land die drittgrößte jüdische Siedlung der Welt. Juden waren damals ein Viertel der Krakauer Bevölkerung.
Die Spuren dieser 800 jährigen Anwesenheit findet man nicht nur in dem alten jüdischen Viertel, aber auch in der Innenstadt und in der Umgebung von Krakau. Aber in Kazimierz begegnet man ihnen an allen Ecken und Enden.
Hier sehen Sie sieben erhaltene Synagogen (zwei sind in Betrieb), zwei jüdische Friedhöfe (der Remuh-Friedhof ist wahrscheinlich der älteste erhaltene jüdische Friedhof Polens), das Zentrum der jüdischen Kultur, jährlich das Festival der jüdischen Kultur, aber auch unzählige Cafes, Kneipen, Restaurants, Antiquitätengeschäfte, Galerien, die Atmosphäre des heutigen Kazimierz prägen.
Es ist wahrscheinlich das einzige Wohnviertel in der Welt, wo sich die Straßen mit jüdischen und christlichen Namen kreuzen.
Der Spaziergang durch die engen Gassen, ruhigen Innenhöfe und lauten Marktplätze umfasst alle wichtigen Sehenswürdigkeiten einschließlich einiger Gebetshäuser, einer funktionierenden Synagoge, des Friedhofs und der Straßen, die Sie von der „Schindler’s Liste“ von Steven Spielberg wiedererkennen werden. Die von dem Ehepaar Pfefferberg an Tageslicht gebrachte Geschichte wurde in 1993 in Krakau verfilmt.
Es besteht die Möglichkeit den Fluss zu überqueren und das alte Ghettogelände zu erforschen. In der einmal kaufmännischen, reichen Stadt Podgórze spielte sich die letzte Akte in der fast 800 Jahre langen Geschichte des Krakauer Judentums ab. Hier funktionierte in den Jahren 1941 – 1943 das Ghetto. In der Lwowska – Straße ist ein Stück der Ghettomauer zu finden, in der Lipowa Straße 4 – die Fabrik von Oskar Schindler. An dem Platz der Ghettohelden befindet sich ein kleines Museum (die Apotheke unter dem Adler), das die tragischen Zeiten in Erinnerung ruft.
Die Tour umfasst: Szeroka Straße, Remuh Synagoge (samstags geschlossen), Tempel Synagoge (wahlweise), Zentrum der Jüdischen Kultur, Straßen, wo die Szenen für die „Schindler’s Liste“ von Steven Spielberg gedreht wurden.
Dauer: ca. 2 Stunden